Goethe B1 – Hörtext-Originale (4 Übungssätze)
Hinweis: Diese Texte entsprechen dem Format und Schwierigkeitsgrad des Goethe-Zertifikats B1.
Jeder Satz enthält drei Teile (wie im echten Prüfungsformat):Teil 1 – Fünf kurze Aussagen / Dialoge (Globalverstehen)Teil 2 – Ein längeres Gespräch oder Interview (Detailverstehen)Teil 3 – Fünf kurze Radiobeiträge oder Meldungen (punktuelles Verstehen)
SATZ 1
Teil 1 – Fünf kurze Texte
Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal.
Text 1
Guten Tag, hier ist die Arztpraxis Dr. Müller. Sie haben heute um 14 Uhr 30 einen Termin bei uns. Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass Dr. Müller kurzfristig einen Notfall hat und deshalb erst gegen 16 Uhr in der Praxis sein wird. Wenn Sie möchten, können Sie den Termin verschieben – rufen Sie uns bitte bis 12 Uhr zurück. Unsere Nummer ist 069 44 55 66. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Text 2
Also, ich hab's dir ja gleich gesagt – nimm den Zug, nicht das Auto. Jetzt stehst du da und weißt nicht, wo du parken sollst. In der Innenstadt gibt es doch kaum Parkplätze mehr, und die, die es noch gibt, kosten ein Vermögen. Das Parkhaus am Bahnhof ist auch immer voll am Samstag. Wenn du das nächste Mal kommst, fahr einfach mit der S-Bahn. Die fährt direkt bis zum Hauptbahnhof, und von dort aus sind es nur zehn Minuten zu Fuß.
Text 3
Willkommen bei Möbel König! Heute und morgen, Samstag und Sonntag, haben wir unsere großen Herbst-Rabattwochen. Auf alle Sofas und Sessel bekommen Sie dreißig Prozent Rabatt. Im Erdgeschoss finden Sie außerdem unsere neue Küchen-Ausstellung. Unsere Mitarbeiter beraten Sie gerne und kostenlos. Wir sind heute bis 20 Uhr für Sie geöffnet. Viel Spaß beim Einkaufen!
Text 4
Schatz, ich bin's. Ich wollte dir kurz Bescheid geben – ich komme heute später nach Hause. Wir haben hier ein wichtiges Meeting, das sich wahrscheinlich bis sieben Uhr abends hinzieht. Kannst du ohne mich schon mal mit dem Abendessen anfangen? Im Kühlschrank ist noch die Suppe von gestern, die muss auch weg. Ich ruf dich nochmal an, wenn ich losfahre. Bis dann, tschüss!
Text 5
Achtung, eine Durchsage für alle Reisenden auf Gleis 7: Der Intercity-Express 512 Richtung Hamburg hat leider circa zwanzig Minuten Verspätung. Der Zug wird voraussichtlich um 18 Uhr 43 einfahren. Wir bitten alle Fahrgäste, die einen Anschlusszug benötigen, sich beim Service-Point in der Bahnhofshalle zu melden. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten.
Teil 2 – Radiointerview
Sie hören ein Interview im Radio. Sie hören den Text einmal.
Moderatorin: Guten Morgen und herzlich willkommen bei „Leben heute". Heute spreche ich mit Martin Bergfeld, der vor drei Jahren seinen sicheren Job in einer Bank aufgegeben hat, um einen Bio-Bauernhof zu eröffnen. Martin, guten Morgen!
Martin: Guten Morgen! Ja, es freut mich sehr, heute bei Ihnen zu sein.
Moderatorin: Martin, viele Leute träumen davon, alles hinzuschmeißen und etwas völlig anderes zu machen. Sie haben es wirklich getan. Wie kam es dazu?
Martin: Es war eigentlich ein langer Prozess. Ich habe zwölf Jahre lang bei einer Bank in Frankfurt gearbeitet, im Bereich Finanzen. Der Job war gut bezahlt, aber ich habe mich immer weniger wohlgefühlt. Ich war oft gestresst, hatte kaum Zeit für meine Familie, und irgendwann habe ich gemerkt, dass ich morgens nicht mehr gerne aufgestanden bin. Das ist für mich ein schlechtes Zeichen.
Moderatorin: Und dann haben Sie sich einfach entschieden, einen Bauernhof zu kaufen?
Martin: Nicht ganz so schnell. Meine Frau und ich haben zwei Jahre lang geplant. Wir haben zuerst Wochenendkurse über ökologische Landwirtschaft gemacht, haben verschiedene Höfe besucht und uns mit Leuten unterhalten, die denselben Schritt gemacht haben. Wir wollten sichergehen, dass wir wirklich wissen, worauf wir uns einlassen.
Moderatorin: Das klingt vernünftig. Und wie war dann der Anfang auf dem Hof?
Martin: Ehrlich gesagt – sehr, sehr schwer. Das erste Jahr war das härteste Jahr meines Lebens. Wir haben Gemüse angebaut, aber nicht alles hat geklappt. Es gab Probleme mit Schädlingen, wir hatten zu wenig Erfahrung mit dem Boden hier in der Region. Finanziell war es auch eng. Wir mussten unsere Ersparnisse nutzen.
Moderatorin: Haben Sie je daran gedacht, aufzugeben?
Martin: Zweimal, ja. Einmal im ersten Winter, als die Heizung im Stall kaputt gegangen ist und es minus zehn Grad hatte. Das war wirklich hart. Aber meine Frau hat mich aufgebaut. Sie sagt immer: „Wir haben eine Entscheidung getroffen, und wir stehen dazu."
Moderatorin: Und heute, drei Jahre später – bereuen Sie es?
Martin: Kein bisschen. Unser Hof läuft jetzt gut. Wir liefern Gemüse an fünf Restaurants in der Region und haben einen kleinen Laden direkt auf dem Hof. Am Wochenende kommen Familien mit Kindern, die sehen wollen, wie der Hof funktioniert. Das macht mir unglaublich viel Freude. Und vor allem – ich stehe morgens wieder gerne auf.
Moderatorin: Das ist wunderbar. Haben Sie einen Rat für Leute, die auch so einen Schritt überlegen?
Martin: Ja: Plant gründlich, informiert euch wirklich gut, und sprecht viel mit Menschen, die es schon gemacht haben. Und dann – irgendwann muss man einfach springen. Man kann nicht ewig planen.
Moderatorin: Vielen Dank, Martin. Das war sehr inspirierend.
Martin: Danke Ihnen!
Teil 3 – Fünf kurze Radiomeldungen
Sie hören fünf kurze Texte aus dem Radio. Sie hören jeden Text einmal.
Meldung 1 – Wetter
Und nun das Wetter für Hessen und die Rhein-Main-Region. Am heutigen Donnerstag erwartet uns ein wechselhafter Tag mit Wolken und gelegentlichen Regenschauern am Nachmittag. Die Temperaturen bleiben mild bei etwa 14 bis 17 Grad. Am Freitag setzt sich dann aber freundlicheres Wetter durch, und am Wochenende scheint voraussichtlich die Sonne bei angenehmen 19 Grad. Ein gutes Wochenende also für Ausflüge ins Grüne.
Meldung 2 – Lokalnachrichten
Die Stadt Frankfurt plant, bis Ende des Jahres dreißig neue Ladestationen für Elektrofahrzeuge in der Innenstadt zu installieren. Damit reagiert die Stadt auf die steigende Nachfrage nach Lademöglichkeiten. Die Stationen sollen vor allem in der Nähe von Einkaufszentren und Parkhäusern entstehen. Die Kosten werden zu einem Teil durch Fördermittel des Landes Hessen gedeckt.
Meldung 3 – Ratgeber
Schlafprobleme betreffen heute immer mehr Menschen. Experten empfehlen, abends mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen auf Bildschirme wie Handy oder Computer zu verzichten. Das blaue Licht dieser Geräte stört die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Außerdem sollte das Schlafzimmer kühl und dunkel sein – ideal sind Temperaturen zwischen 16 und 18 Grad. Wer regelmäßig schlecht schläft, sollte einen Arzt aufsuchen.
Meldung 4 – Veranstaltung
Das Frankfurter Museumsufer-Fest findet dieses Jahr vom 23. bis 25. August statt. Erwartet werden wieder mehrere Hunderttausend Besucher. Entlang des Mainufers präsentieren sich über dreißig Museen mit kostenlosen Aktionen und Führungen. Dazu gibt es Musik, Kunst und ein großes Angebot an Speisen und Getränken aus verschiedenen Ländern. Der Eintritt ist frei.
Meldung 5 – Wirtschaft
Die Zahl der Homeoffice-Tage in Deutschland ist laut einer neuen Studie seit der Corona-Pandemie dauerhaft gestiegen. Demnach arbeiten heute rund 30 Prozent aller Beschäftigten mindestens zwei Tage pro Woche von zu Hause aus. Besonders verbreitet ist das Arbeiten im Homeoffice in der IT-Branche und bei Finanzdienstleistern. Viele Unternehmen sehen darin einen Vorteil bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern.
SATZ 2
Teil 1 – Fünf kurze Texte
Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal.
Text 1
Hallo Lena, ich wollte mich kurz wegen der Geburtstagsfeier am Samstag melden. Ich kann leider doch nicht kommen – meine Mutter ist krank geworden, und ich muss übers Wochenende zu ihr fahren. Ich hoffe wirklich, dass du einen schönen Abend hast! Ich rufe dich nächste Woche an, dann können wir vielleicht zusammen Mittag essen. Tut mir sehr leid!
Text 2
Also, ich muss sagen, die neue Sprachapp auf meinem Handy ist wirklich hilfreich. Ich lerne damit jeden Morgen zwanzig Minuten Spanisch – im Bus auf dem Weg zur Arbeit. Die Übungen sind kurz, aber man wiederholt alles sehr oft, und das hilft wirklich. Nach drei Monaten verstehe ich schon einfache Texte und kann mich in Grundsituationen verständigen. Für den Urlaub in Barcelona nächstes Jahr sollte es reichen!
Text 3
Willkommen im Fitness-Center Sport Plus! Bitte beachten Sie unsere neuen Öffnungszeiten ab dem 1. Oktober: Montag bis Freitag sind wir von 6 Uhr morgens bis 22 Uhr abends für Sie geöffnet. Am Wochenende haben wir von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Neu bei uns ist der Spinning-Kurs jeden Dienstag und Donnerstag um 18 Uhr 30. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Text 4
Guten Morgen Herr Schreiber, hier ist Sandra Hoffmann von der Firma DataTech. Ich rufe an wegen des Meetings, das wir für Donnerstag geplant hatten. Unser Kollege aus München kann leider erst am Freitagvormittag kommen. Wäre es möglich, den Termin auf Freitag um 10 Uhr zu verschieben? Wir könnten dann alle Punkte in einem gemeinsamen Gespräch besprechen. Bitte rufen Sie mich zurück oder schicken Sie mir kurz eine E-Mail. Danke sehr!
Text 5
Ich weiß gar nicht, warum du dich so aufregst. Du hast doch gewusst, dass das Konzert ausverkauft sein würde – das ist eine sehr bekannte Band. Wir hätten die Karten schon vor drei Wochen kaufen sollen, das habe ich dir doch gesagt! Jetzt gibt es vielleicht noch Tickets an der Abendkasse, aber die kosten dann das Doppelte. Na ja, das nächste Mal kaufen wir rechtzeitig.
Teil 2 – Telefongespräch
Sie hören ein längeres Telefongespräch. Sie hören den Text einmal.
Elena: Hallo Jonas! Ich wollte mich mal melden. Wie geht's dir so?
Jonas: Elena! Schön, dass du anrufst. Mir geht's gut, danke. Ich bin gerade total im Stress, ehrlich gesagt.
Elena: Wegen der neuen Stelle?
Jonas: Ja, genau. Ich habe jetzt seit sechs Wochen angefangen, und es ist... viel. Viel mehr als ich gedacht hatte.
Elena: Erzähl mal! Was machst du denn genau?
Jonas: Also, ich arbeite jetzt als Projektmanager bei einem Softwareunternehmen hier in München. Klingt toll, aber in Wirklichkeit bedeutet das: jeden Tag zwanzig E-Mails, drei Meetings, und ständig muss ich zwischen verschiedenen Teams vermitteln. Die Entwickler wollen eins, die Kunden wollen etwas anderes, und ich stehe dazwischen.
Elena: Das klingt wirklich anstrengend. Gefällt es dir denn trotzdem?
Jonas: Ja, schon. Es ist interessant, und ich lerne sehr viel. Ich merke aber auch, dass ich noch viel lernen muss. Manchmal fühle ich mich ein bisschen... ich weiß nicht... wie auf dem falschen Fuß erwischt?
Elena: Das ist doch normal am Anfang! Ich erinnere mich, wie es bei mir war, als ich angefangen habe. Die ersten drei Monate sind immer die härtesten.
Jonas: Hast du wirklich so gedacht? Das tröstet mich irgendwie.
Elena: Ja, ehrlich! Und wie ist das Team so? Hast du schon Kontakt zu den Kollegen?
Jonas: Das ist eigentlich das Schönste. Die Kollegen sind wirklich nett. Wir gehen manchmal nach der Arbeit noch zusammen etwas trinken. Es gibt auch eine Kollegin, Anna, die ähnliche Aufgaben hat wie ich – von ihr lerne ich gerade sehr viel.
Elena: Oh, das ist super! Ein gutes Team ist das Wichtigste.
Jonas: Ja, absolut. Und was ist bei dir so los? Bist du noch in Frankfurt?
Elena: Ja, immer noch. Ich überlege aber, ob ich nicht doch nach Berlin ziehe. Hier bei meiner Firma gibt es gerade nicht so viele Entwicklungsmöglichkeiten. Es gibt ein interessantes Angebot in Berlin, bei einem Start-up im Bereich erneuerbare Energien.
Jonas: Wirklich? Das klingt spannend! Aber bist du nicht glücklich in Frankfurt?
Elena: Doch, Frankfurt ist schön. Aber ich glaube, manchmal muss man auch mal einen neuen Schritt wagen. Ich bin jetzt 31, und wenn ich es nicht bald mache, mache ich es vielleicht nie.
Jonas: Da hast du vielleicht recht. Wann musst du dich entscheiden?
Elena: Bis Ende des Monats. Ich habe noch einen zweiten Gesprächstermin nächste Woche. Danach werde ich es wissen.
Jonas: Na dann, viel Erfolg! Ich drücke dir die Daumen.
Elena: Danke! Und du – mach dir keinen zu großen Stress. Du schaffst das!
Teil 3 – Fünf kurze Radiomeldungen
Sie hören fünf kurze Texte aus dem Radio. Sie hören jeden Text einmal.
Meldung 1 – Gesundheit
Eine neue Studie der Universität Köln zeigt, dass regelmäßiges Spazierengehen die Konzentration und die Stimmung deutlich verbessern kann. Schon dreißig Minuten täglich an der frischen Luft reichen aus, um positive Effekte auf das Gehirn zu erzielen. Die Forscher empfehlen, dabei möglichst auf das Handy zu verzichten und die Umgebung bewusst wahrzunehmen.
Meldung 2 – Lokalnachrichten
Die Stadtverwaltung Mannheim hat beschlossen, ab nächstem Jahr in allen städtischen Schulen kostenlose Mittagsmahlzeiten anzubieten. Davon sollen rund 12.000 Schülerinnen und Schüler profitieren. Das Programm wird durch Mittel aus dem Stadthaushalt und Zuschüsse des Landes Baden-Württemberg finanziert. Ziel ist es, Familien mit niedrigem Einkommen zu entlasten und gleichzeitig die Ernährung der Kinder zu verbessern.
Meldung 3 – Reise-Tipp
Wer in diesem Herbst Urlaub in Deutschland machen möchte, sollte die Schwäbische Alb in Betracht ziehen. Diese Region in Baden-Württemberg bietet wunderschöne Wanderwege durch bunt gefärbte Wälder und beeindruckende Burgruinen. Besonders beliebt sind die Wanderwege rund um die Burg Hohenzollern. Hotels und Pensionen bieten in der Nebensaison oft günstige Preise an.
Meldung 4 – Wirtschaft
Der Online-Handel in Deutschland hat im vergangenen Jahr erstmals die Grenze von 100 Milliarden Euro Umsatz überschritten. Besonders stark gewachsen ist der Bereich Lebensmittel. Experten warnen jedoch, dass viele kleine Einzelhändler dadurch in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Städte und Gemeinden werden aufgefordert, die Innenstädte attraktiver zu gestalten, um Kunden wieder in die Geschäfte zu locken.
Meldung 5 – Kultur
Die Frankfurter Buchmesse öffnet morgen ihre Tore. Rund 4.000 Aussteller aus mehr als 100 Ländern nehmen in diesem Jahr teil. Das Gastland ist Indonesien, das seine vielfältige Literatur und Kultur vorstellen wird. Neben dem Fachprogramm für Verlage und Autoren gibt es auch ein breites Angebot für das allgemeine Publikum, darunter Lesungen, Podiumsdiskussionen und Signierstunden.
SATZ 3
Teil 1 – Fünf kurze Texte
Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal.
Text 1
Guten Abend! Ich wollte wegen der Wohnung anrufen, die Sie auf dem Immobilienportal inseriert haben. Die Drei-Zimmer-Wohnung in Sachsenhausen. Ich bin sehr interessiert und würde sie gerne besichtigen. Am besten würde mir ein Termin unter der Woche passen, also Dienstag bis Donnerstag, jeweils nachmittags nach 17 Uhr. Bitte rufen Sie mich zurück. Meine Nummer ist 0176 345 67 89. Vielen Dank!
Text 2
Ich finde es wirklich schade, dass die Stadt das alte Kino abgerissen hat. Das war doch ein historisches Gebäude! Jetzt soll dort ein weiteres Einkaufszentrum entstehen. Als ob wir das brauchen würden – wir haben doch schon genug davon. Ich verstehe diese Entscheidung wirklich nicht. Man hätte das Kino doch renovieren und als Kulturzentrum nutzen können. Da fehlt es einfach an Fantasie.
Text 3
Sehr geehrte Fahrgäste, wir begrüßen Sie an Bord des IC 514 von Frankfurt Hauptbahnhof nach Köln. Unsere heutige Reisezeit beträgt ungefähr eine Stunde und fünfzehn Minuten. Der Bordrestaurant-Wagen befindet sich in Wagennummer 5 in der Mitte des Zuges. Dort erhalten Sie warme und kalte Getränke sowie Snacks. Wir wünschen Ihnen eine angenehme Fahrt!
Text 4
Also, wir haben jetzt schon eine Stunde diskutiert, und ich glaube, wir kommen nicht weiter, wenn wir das so machen. Lass uns das Problem von Anfang an nochmal angehen. Was ist eigentlich das Ziel? Was soll am Ende dabei rauskommen? Wenn wir das klar haben, können wir besser entscheiden, wie wir vorgehen. Ohne ein klares Ziel dreht man sich im Kreis.
Text 5
Hallo, ich bin's, Katharina. Ich wollte kurz fragen, ob du mir vielleicht helfen kannst. Ich muss nächste Woche eine Präsentation auf Englisch halten – über nachhaltige Stadtentwicklung. Ich habe zwar gute Englischkenntnisse, aber bei fachlichen Themen bin ich manchmal unsicher. Kannst du vielleicht drüber schauen? Du musst es ja nicht komplett korrigieren, einfach nur die groben Fehler markieren. Das wäre super lieb von dir!
Teil 2 – Radiodiskussion
Sie hören eine Diskussion im Radio. Sie hören den Text einmal.
Moderator: Herzlich willkommen zu „Stadtgespräch" – der Sendung, in der wir aktuelle Themen aus Ihrem Alltag diskutieren. Heute geht es um ein Thema, das viele beschäftigt: Soll man Kinder so früh wie möglich mit Smartphones und Tablets vertraut machen, oder ist das schädlich? Ich begrüße zwei Gäste: Frau Dr. Kerstin Völler, Kinderpsychologin, und Herrn Thomas Rau, Grundschullehrer. Willkommen!
Beide: Danke, guten Tag!
Moderator: Frau Dr. Völler, fangen wir mit Ihnen an. Was sagt die Wissenschaft – ist frühe Bildschirmzeit für Kinder gut oder schlecht?
Dr. Völler: Die Antwort ist: Es kommt darauf an. Wenn ein Dreijähriges Kind drei Stunden täglich alleine vor einem Tablet sitzt und Videos schaut, dann ist das definitiv nicht gut – für die soziale Entwicklung, für die Sprache, für die Motorik. Aber wenn Eltern gemeinsam mit dem Kind interaktive Lernapps nutzen, dann kann das durchaus einen Mehrwert haben.
Moderator: Herr Rau, Sie unterrichten Grundschüler. Was erleben Sie im Unterricht?
Herr Rau: Ich merke ganz deutlich, dass die Kinder, die zu Hause sehr viel Bildschirmzeit haben, oft Schwierigkeiten haben, sich längere Zeit auf eine Sache zu konzentrieren. Sie sind es gewohnt, dass alle paar Sekunden etwas Neues passiert – und das macht konzentriertes Lesen oder Schreiben schwerer. Auf der anderen Seite: Kinder, die mit digitalen Medien gut umgehen können, haben manchmal echte Vorteile beim Lernen mit unserer Schul-Software.
Dr. Völler: Das stimmt. Es geht wirklich um Qualität, nicht nur um Quantität. Die Frage ist nicht nur „Wie lange?", sondern auch „Was?" und „Mit wem?".
Moderator: Viele Eltern fragen sich: Ab welchem Alter ist ein eigenes Smartphone sinnvoll?
Herr Rau: Ich persönlich sage meinen Schülern und deren Eltern: Warten Sie, so lange Sie können. In der Grundschule braucht kein Kind ein Smartphone. Oft bekommen Kinder mit sieben oder acht Jahren schon ein eigenes Gerät – das halte ich für zu früh.
Dr. Völler: Ich sehe das ähnlich. Aus psychologischer Sicht empfehlen die meisten Experten, mit dem eigenen Smartphone bis zum zwölften Lebensjahr zu warten. Natürlich ist das schwer durchzuhalten, wenn alle Freunde schon eins haben. Aber Eltern sollten trotzdem klare Grenzen setzen und dann auch konsequent bleiben.
Moderator: Was raten Sie Eltern konkret?
Herr Rau: Gemeinsame Regeln im Haushalt – zum Beispiel keine Bildschirme beim Essen, kein Handy im Schlafzimmer nachts. Und: Eltern müssen selbst ein gutes Vorbild sein.
Dr. Völler: Genau. Wenn Mama und Papa ständig aufs Handy schauen, kann man von Kindern nicht erwarten, dass sie es anders machen. Das Vorbild ist entscheidend.
Moderator: Vielen Dank an beide für dieses aufschlussreiche Gespräch!
Teil 3 – Fünf kurze Radiomeldungen
Sie hören fünf kurze Texte aus dem Radio. Sie hören jeden Text einmal.
Meldung 1 – Wetter
Für das kommende Wochenende erwartet der Deutsche Wetterdienst stabiles Herbstwetter in weiten Teilen Deutschlands. Im Norden bleibt es bedeckt mit einzelnen Regenschauern. Im Süden und in der Mitte Deutschlands ist es jedoch freundlich und trocken. Die Temperaturen liegen tagsüber zwischen 12 und 18 Grad. Nachts kühlt es besonders im Bergland auf unter 5 Grad ab.
Meldung 2 – Gesellschaft
Laut einer aktuellen Umfrage fahren immer mehr Deutsche mit dem Fahrrad zur Arbeit. Im Vergleich zu vor zehn Jahren hat sich der Anteil der Fahrradpendler fast verdoppelt. Als Hauptgründe nennen die Befragten Gesundheit, Kostenersparnis und die zunehmend bessere Fahrradinfrastruktur in deutschen Städten. Besonders in Städten wie Münster, Freiburg und Erlangen ist das Fahrrad das beliebteste Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit.
Meldung 3 – Ratgeber
Wer seine Heizkosten senken möchte, sollte einige einfache Tipps beachten. Erstens: Stoßlüften statt Dauerlüften – lieber zehn Minuten das Fenster weit öffnen, als den ganzen Tag einen Spalt offen lassen. Zweitens: Türen zwischen beheizten und unbeheizten Räumen geschlossen halten. Und drittens: Die Heizung nachts auf eine Absenktemperatur von rund 16 Grad stellen. Mit diesen Maßnahmen lässt sich der Energieverbrauch um bis zu 15 Prozent reduzieren.
Meldung 4 – Sport
Die Eintracht Frankfurt hat gestern Abend ihr Heimspiel gegen Wolfsburg mit 2:1 gewonnen. Das entscheidende Tor fiel in der 87. Minute durch einen Freistoß. Mit diesem Sieg klettert Eintracht Frankfurt in der Bundesliga-Tabelle auf den fünften Platz. Das nächste Spiel findet am kommenden Samstag auswärts in Dortmund statt.
Meldung 5 – Bildung
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat ein neues Förderprogramm für digitale Weiterbildung gestartet. Arbeitnehmer ab 25 Jahren können sich bis zu 500 Euro pro Jahr für Onlinekurse in den Bereichen Programmierung, Datenanalyse und digitales Marketing erstatten lassen. Die Antragstellung ist über ein einfaches Online-Formular möglich. Informationen dazu finden Sie auf der Webseite des Ministeriums.
SATZ 4
Teil 1 – Fünf kurze Texte
Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal.
Text 1
Hi, ich wollte mich mal bei dir melden – du hast mir damals beim Umzug so sehr geholfen! Jetzt bin ich endlich richtig eingelebt. Die Wohnung ist wirklich schön geworden. Ich habe auch schon ein paar Nachbarn kennengelernt, die sehr nett sind. Am Samstag mache ich eine kleine Einweihungsfeier – hast du Lust zu kommen? Ich rechne mit etwa zehn bis fünfzehn Leuten, ab 19 Uhr. Sag mir Bescheid!
Text 2
Das ist doch kein Problem, das löst man sofort. Du musst nur in den Einstellungen auf „Konto" gehen, dann auf „Passwort ändern", und dann gibst du zweimal das neue Passwort ein. Achte darauf, dass es mindestens acht Zeichen hat und am besten Großbuchstaben und Zahlen enthält. Wenn du es vergessen hast, kannst du auch auf „Passwort vergessen" klicken, und dann bekommst du eine E-Mail mit einem Link. Ganz einfach eigentlich!
Text 3
Herzlich willkommen im Sprachkurs Deutsch B1 des Goethe-Instituts Frankfurt! Mein Name ist Claudia Hartmann, ich bin Ihre Kursleiterin. Dieser Kurs dauert acht Wochen und findet jeden Montag und Mittwoch von 18 bis 20 Uhr statt. Am Ende des Kurses haben Sie die Möglichkeit, die offizielle B1-Prüfung abzulegen. Die Anmeldung dazu erfolgt separat. Heute beginnen wir zunächst damit, uns gegenseitig kennenzulernen.
Text 4
Also, ich habe jetzt die Rezension gelesen, und ich muss sagen – ich sehe das ganz anders als der Kritiker. Der Film wird doch als zu langsam und langweilig beschrieben, aber ich fand genau das gut. Es ist mal kein Actionfilm, der einen von einer Explosion zur nächsten hetzt. Man hat Zeit, die Figuren wirklich kennenzulernen. Ich finde, solche ruhigen, nachdenklichen Filme fehlen heute im Kino.
Text 5
Hier ist eine Nachricht von der Hausverwaltung Immobilien Schreiber für alle Mieter des Hauses Gartenstraße 14. Am Mittwoch, dem 8. Oktober, wird in der Zeit von 9 bis 13 Uhr das Warmwasser abgestellt. Der Grund dafür ist die jährliche Wartung der Heizungsanlage. Wir bitten alle Bewohner, dies zu berücksichtigen und sich gegebenenfalls darauf einzustellen. Wir danken für Ihr Verständnis.
Teil 2 – Podcastbeitrag
Sie hören einen Beitrag aus einem Podcast. Sie hören den Text einmal.
Sprecherin: In dieser Folge von „Arbeitswelt von morgen" spreche ich mit Petra Sommer, die seit zwei Jahren vollständig remote arbeitet – also von zu Hause aus. Petra, du hast mal in einem Großraumbüro gearbeitet und bist dann ins Homeoffice gewechselt. War das eine bewusste Entscheidung?
Petra: Ja, es war eigentlich meine Idee. Mein Arbeitgeber war zunächst skeptisch, aber ich habe einen Vorschlag gemacht: Drei Monate Testphase, und wenn die Ergebnisse stimmen, machen wir weiter. Die Ergebnisse haben gestimmt – also bin ich jetzt vollständig remote.
Sprecherin: Was hat sich positiv verändert?
Petra: Sehr vieles, ehrlich gesagt. Ich spare jeden Tag fast zwei Stunden Pendelzeit. Diese Zeit nutze ich jetzt für Sport, Kochen und manchmal einfach für mehr Schlaf. Ich bin produktiver geworden, weil ich tiefe Konzentrationsphasen habe, ohne ständig unterbrochen zu werden. Und ich bin definitiv weniger gestresst.
Sprecherin: Klingt perfekt. Gibt es auch Nachteile?
Petra: Ja, die gibt es natürlich. Der größte Nachteil ist die soziale Isolation. Ich vermisse den zufälligen Austausch mit Kollegen – das Gespräch in der Kaffeepause, das manchmal zu den besten Ideen geführt hat. Online-Meetings sind effizient, aber sie ersetzen nicht das echte Miteinander. Ich merke, dass ich bewusst mehr Aufwand betreiben muss, um in Kontakt zu bleiben.
Sprecherin: Hast du Strategien entwickelt, um damit umzugehen?
Petra: Ja. Zum einen treffe ich mich mindestens einmal im Monat mit Kollegen in der Stadt – das ist kein Pflichttermin, sondern einfach ein gemeinsames Mittagessen. Zum anderen arbeite ich manchmal aus einem Coworking-Space heraus, einfach um unter Menschen zu sein. Das hilft mir mental sehr.
Sprecherin: Was würdest du Leuten raten, die über den Wechsel ins Homeoffice nachdenken?
Petra: Erstens: Schafft euch eine gute Arbeitsumgebung. Ein eigener Schreibtisch, ein guter Stuhl – das klingt banal, aber es macht einen riesigen Unterschied. Zweitens: Klare Grenzen setzen. Ich höre um 18 Uhr auf und überprüfe danach keine E-Mails mehr. Sonst verschwimmt alles. Und drittens: Redet offen mit eurem Arbeitgeber über Erwartungen und Ergebnisse. Remote-Arbeit funktioniert nur, wenn beide Seiten Vertrauen haben.
Sprecherin: Sehr hilfreiche Ratschläge. Danke dir, Petra!
Petra: Sehr gerne, alles Gute!
Teil 3 – Fünf kurze Radiomeldungen
Sie hören fünf kurze Texte aus dem Radio. Sie hören jeden Text einmal.
Meldung 1 – Wetter
In den nächsten Tagen bestimmt ein Tiefdruckgebiet das Wetter über Deutschland. Besonders im Westen und in der Mitte des Landes ist mit kräftigem Regen und stürmischen Böen zu rechnen. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor möglichen Überschwemmungen in tief gelegenen Gebieten entlang von Rhein und Mosel. Autofahrer sollten besondere Vorsicht walten lassen. Im Osten Deutschlands bleibt es hingegen trocken und zeitweise sonnig.
Meldung 2 – Lokalnachrichten
In Heidelberg wird ab nächstem Jahr ein neues Konzept für den öffentlichen Nahverkehr erprobt. Auf der Linie 5 sollen erstmals autonome Minibusse eingesetzt werden, die ohne Fahrer fahren. In der Testphase wird jedoch ein Techniker an Bord sein, der im Notfall eingreifen kann. Das Projekt wird von der Universität Heidelberg wissenschaftlich begleitet und soll zeigen, ob autonome Fahrzeuge im Stadtverkehr sicher und zuverlässig eingesetzt werden können.
Meldung 3 – Verbraucher
Vorsicht beim Kauf von Olivenöl! Die Verbraucherzentrale Bayern hat in einem Test von zwanzig verschiedenen Olivenölen der Güteklasse „Extra Vergine" festgestellt, dass sechs davon die strengen Qualitätskriterien nicht erfüllten. Bei manchen Produkten war das Öl mit billigeren Ölen vermischt worden. Verbraucher sollten beim Kauf auf anerkannte Qualitätssiegel achten und bei sehr günstigen Preisen skeptisch sein.
Meldung 4 – Gesellschaft
Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt: Ehrenamtliches Engagement in Deutschland ist auf einem Rekordhoch. Mehr als 28 Millionen Menschen engagieren sich in ihrer Freizeit freiwillig – in Sportvereinen, sozialen Einrichtungen, bei der Feuerwehr oder in Kulturorganisationen. Besonders stark gestiegen ist das Engagement bei jungen Menschen unter 30 Jahren, die sich vermehrt für Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit einsetzen.
Meldung 5 – Technologie
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt aktuell vor einer neuen Phishing-Welle. Dabei erhalten Internetnutzer E-Mails, die scheinbar von bekannten Banken oder Paketdiensten stammen. In Wirklichkeit handelt es sich um gefälschte Nachrichten, die dazu dienen, persönliche Daten oder Passwörter zu stehlen. Das Bundesamt empfiehlt: Klicken Sie nie auf Links in verdächtigen E-Mails, und geben Sie Ihre Passwörter niemals auf fremden Webseiten ein.
Ende der Hörtexte – alle vier Übungssätze.